Geschichte

Dexbach, seit 1. Januar 1972 durch freiwilligen Zusammenschluss mit Biedenkopf nunmehr ein Stadtteil Biedenkopfs, liegt am Fuße der Sackpfeife, 5 km nordöstlich von Biedenkopf und 350 m über NN. Im Laufe seiner langen Geschichte wurde Dexbach öfters unter anderen Namen erwähnt: 1332 erste urkundliche Erwähnung (Klosterarchiv Haina), 1334 Deckenisbach, 1348 Dekkinsbach, 1358 Deckinspach, 1365 Deckenbach, 1398 Dekkensbach, ab1677 Dexbach.

Die Gemarkungsgröße Dexbachs beträgt 706 ha, davon sind 351 ha Wald. Das Dorf selbst ist jedoch wesentlich älter, als die erste urkundliche Erwähnung angibt. Dies bezeugt auch die Dexbacher Kirche, die zwei wesentliche Baumerkmale aufweist. Der spätgotische Rechteckbau mit achteckigem Fachreiter und Spitzhelm entstand etwa 1260.
Wann das zweijochige romanische Schiff erbaut wurde ist unbekannt. Bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1957 wurden an der Nordwand des romanischen Teils größere Reste einer Christopherusdarstellung freigelegt. Eine Besonderheit, da dieses Bild dörfliche Motive enthält. Eine kunsthistorische Seltenheit stellt die ebenfalls aus der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts stammende Kanzel dar. Ein Taufstein aus dem 14. Jahrhundert wurde 1980 bei Ausschachtungsarbeiten wiederentdeckt. Restauriert schmückt er heute wieder die Kirche.

An der Südwand ist ein gut erhaltener Grabstein des Bartholomäus Fußdorfius aus Marburg von 1868 angebracht. Rußdorf war Pfarrer in Dexbach von 1633-1668. Die Kirche verfügt über ein Geläut von drei Glocken, von denen die älteste Glocke aus dem 15. Jahrhundert stammt. Es ist eine Bronce-Glocke, 60 cm hoch, C70 cm und 200 kg schwer.

Seit Jahrhunderten wird Dexbach von der Landwirtschaft geprägt. Doch wurde hier auch Bergbau betrieben. Bereits in 1654 bis 1742 und noch nach Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Kupferbergbau betrieben. Darüber hinaus wurde in 1848 eine Eisenerzgrube, die Grube Hassenroth, eröffnet, die nach längerem Stillstand in der Mitte der dreißiger Jahren wieder geöffnet und bis 1945 in Betrieb war. Zu Beginn der fünfziger Jahre wurde in Dexbach eine umfassende Flurbereinigung durchgeführt.

Durch die größeren landwirtschaftlichen Flächen erfolgte eine sprunghafte Intensivierung der Landwirtschaft. Acht Aussiedlerhöfe entstanden, eine Anzahl alter Höfe wurden modernisiert, Schlepper und moderne Maschinen hielten ihren Einzug im Dorf.

Im Jahre 1965 gab es in Dexbach 54 landwirtschaftliche Betriebe. Doch nach 1970 setzte ein rapider Rückgang in der Landwirtschaft ein. Ein Betrieb nach dem anderen gab seine Existenz auf. Heute gibt es nur noch 1 Nebenerwerbsbetrieb. Die landwirtschaftlichen Flächen wurden verpachtet, stillgelegt, bzw. in eine andere Nutzungsart umstrukturiert, das heißt, aus ehemals Ackerland wurde Wiese oder Weideland.

In diesen Wandel wurden natürlich auch die dörflichen Handwerksbetriebe wie Schreiner, Stellmacher und Schmiede einbezogen. Heute gibt es in Dexbach keine Handwerksbetriebe mehr.

Aus dem 335 Einwohner zählenden Dorf, das jahrhundertelang bäuerlich geprägt war ist eine ausgesprochene Wohngemeinde geworden. Erwerbstätige Mitbürger gehen ihren Berufen in Biedenkopf, Wallau oder anderen Nachbargemeinden nach. In den zurückliegenden Jahren wurden erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet für Kanalbau, Trinkwasserversorgung und den Ausbau innerörtlicher Straßen.

Seit 1992 befand sich Dexbach im Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen. Das Dorferneuerungsprogramm ermöglichte den Umbau des Bürgerhauses mit einer vormals Geschäftsstelle der V+ R Bank Biedenkopf-Gladenbach und später Gemeindebüro der ev. Kirchengemeinde Dexbach / Engelbach, ebenso die Neugestaltung des Bürgerhausvorplatzes und Dorfplatzes vor der Kirche. Darüber hinaus entstand unter reger Beteiligung der Einwohner ein schöner Kinderspielplatz. Auch der Friedhof wurde neu gestaltet. Das Dorferneuerungsprogramm wurde von einigen Bürgern in Anspruch genommen. Aus leerstehenden Wirtschaftsgebäuden sind in der Zwischenzeit moderne Wohnungen entstanden.

Karl Feige

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